Eine Reise nach Skandinavien mit den Hunden war schon immer ein Traum von mir, da ich bereits einige Male ohne Hund dort war und es immer geliebt habe. Deshalb haben wir es dieses Jahr, trotz unsicherem Hund, gewagt und sind von der Schweiz aus mit dem Nachtzug, Zug und Mietwagen bis ins schwedische Fjäll gereist.
In diesem Beitrag erfährst du, wie wir die Anreise erlebt haben, welche Highlights wir rund um Nora und Idre entdeckt haben und worauf du bei der Planung mit Hund achten musst.
| Kategorie | Details & Infos |
| Anreise ab CH | Nachtzug → Kopenhagen → Zug Malmö → Mietwagen (oder Auto & Fähre) |
| Einreisebestimmungen | EU-Heimtierausweis, Mikrochip & gültige Tollwutimpfung |
| Leinenpflicht Schweden | Strikte Leinenpflicht vom 1. März bis 20. August (Wildschutz) |
| Ausflug nach Norwegen | Pflicht: Entwurmung durch Tierarzt (24–120 Std. vor Grenzübertritt) |
| Hunde in Cafés / Restaurants | In Innenräumen meist verboten (gezielte Recherche nötig) |
| Empfohlene Städtchen | Nora & Mora (sehr ruhig, ideal auch für unsichere Hunde) |
| Nationalparks (Idre) | Fulufjället (Wasserfall Njupeskär), Nipfjället & Idrefjäll |
Die Logistik: Anreise mit Zug & Mietwagen
Unsere Reise begann mit einer dreitägigen Anreise aus der Schweiz: Mit dem Nachtzug nach Hamburg, weiter nach Kopenhagen (mit Zwischenübernachtung), mit dem Zug nach Malmö und von dort weiter mit dem Mietwagen. Wer mit dem eigenen Auto startet, nimmt stattdessen die Fähre nach Schweden.

Die Kombination aus Zug und Auto hat auf dem Hinweg wirklich gut funktioniert. Auf der Rückreise hatten wir allerdings unvorhergesehene Zugänderungen und deutliche Verspätungen, die den Tag extrem lang gemacht haben. Für Domino war das dann leider viel Stress, unterwegs im Reise-Stress mag er weder fressen noch trinken.
Unsere Strategie für die Anreise: Wer mit einem sensiblen Hund reist, sollte bei längeren Zugverbindungen immer genügend Pufferzeiten einbauen und nach einem ruhigen Ort recherchieren, wo der Hund (hoffentlich) trinken oder essen kann.
Entspannte Städtetrips vs. Grossstadttrubel
Wenn du Schweden besuchst, möchtest du sicher auch mal durch ein typisch schwedisches Städtchen schlendern oder grösseren Städte als logistische Knotenpunkte nutzen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Erfahrung stark vom individuellen Hund abhängt. Für Delia waren keine der Städte ein Problem; sie steckte Trubel locker weg. Für Domino sah das jedoch anders aus.

Der Grossstadt-Check (Kopenhagen, Örebro, Malmö)
- Kopenhagen: Als unsere erste Zwischenstation mit Übernachtung war Kopenhagen für Domino eine echte Herausforderung. Die Stadt ist natürlich sehr belebt, voller Fahrräder, Menschen und Geräusche. Für einen Hund, den städtische Umgebungen überfordern, war das schlichtweg zu viel Reizüberflutung.
- Örebro: Diese schwedische Stadt hat uns persönlich als Reiseziel nicht besonders überzeugt. Positiv war jedoch, dass Domino den Trubel hier deutlich besser handeln konnte als in Kopenhagen. Es war für ihn erträglicher, auch wenn der Funke bei uns nicht übersprang.
- Malmö: Hier haben wir unseren Mietwagen übernommen. Für Domino war Malmö, ähnlich wie Kopenhagen, definitiv zu viel. Da wir hier nur eine logistische Zwischenstation hatten und direkt weitergereist sind, konnten wir keine ruhigen Ecken ausfindig machen. Daher können wir das Potenzial der Stadt für Hundehalter nur schwer final einschätzen, aber der erste Eindruck war für einen sensiblen Hund eher stressig.

Die Café-Hürde in Städten
Ein echter Stolperstein, den wir in fast allen grösseren und auch kleineren Städten erlebt haben: Hunde müssen drinnen in Cafés und Restaurants meist draussen bleiben. Wenn man auf Züge wartet oder das Wetter nicht mitspielt, erschwert das die Planung. Spontan einen Kaffee trinken ist schwierig, man muss gezielt nach hundefreundlichen Alternativen suchen (in Kopenhagen halfen uns Café Flan und Social Brew weiter).
Unsere Kleinstadt-Perlen: Nora & Mora
Wer Schweden mit Hund erleben möchte und auf der Suche nach typisch schwedischer Idylle ohne Massentrubel ist, dem können wir diese beiden Städtchen wärmstens empfehlen. Sie waren für Domino perfekt zum Erkunden:
- Nora: Wunderschön, sehr ruhig und ideal, um entspannt durch die Gassen mit den alten Holzhäusern zu schlendern. Da wir unter der Woche dort waren, war es herrlich beschaulich, ein echtes Highlight für uns alle.
- Mora: Ein angenehmer Ort in Dalarna, der sich gut für einen Stopp eignet. Hier haben wir mit dem Café Zorn sogar ein tolles Café gefunden, in dem Hunde auch drinnen willkommen sind!

Wildnis pur: Die Nationalparks rund um Idre im September
Unser Hauptziel war die Region Idre. Schweden besteht fast komplett aus wilden, unberührten Wäldern und Seen, wunderschön, aber das bedeutet auch: Wenn man einfach so in den Wald gehen möchte, gibt es oft keine markierten Wanderwege, wie wir es aus den Alpen kennen.
Dementsprechend hoch ist in dieser ungestörten Natur die Chance auf Wildtiere. Wir hatten das Glück, unterwegs viele Rentiere, Hasen und sogar einen Elch zu sehen! Genau deshalb ist vorausschauendes Wandern und das Einhalten der Leinenpflicht hier besonders wichtig.

Unsere Highlights in der Region:
- Fulufjället Nationalpark: Hier steht Schwedens höchster Wasserfall, der Njupeskär. Im September war es angenehm leer, sodass wir viele Abschnitte im Park komplett für uns allein hatten.
- Nipfjället: Dominos absoluter Favorit! Weite Aussichten, offene Landschaften und meist sieht man Rentiere auf Abstand. Die Wanderwege sind extrem gut einsehbar. Wer den Weg zum Gipfel (Molnet) meiden möchte, findet unzählige Ausweichrouten. Domino hat die Weiten hier geliebt.
- Idrefjäll: Ein Skigebiet, das im September komplett geschlossen und menschenleer war. Man geniesst eine fantastische Aussicht über die endlosen Wälder und Seen.
Mountain-Paw-Tipp:
In der wilden schwedischen Natur, fernab der nächsten Ortschaft, ist eine gut sortierte Ausrüstung Pflicht. Wir haben auf unseren Wanderungen immer ein Erste-Hilfe-Set sowie einen Hunde-Tragerucksack dabei. Da es in den Nationalparks und im Fjäll oft sehr steinige Abschnitte gibt, ist ein Tragerucksack Gold wert, falls sich ein Hund an den Pfoten verletzt oder nicht mehr weiterlaufen kann. Denke ausserdem an Pfotenschutz (Schuhe/Balsam).
Solltest du von der Schweden-Region aus einen Spontanausflug nach Norwegen planen, denke unbedingt an den Tierarzt-Stopp: Norwegen verlangt zwingend eine dokumentierte Entwurmung gegen den Fuchsbandwurm, die genau 24 bis 120 Stunden vor dem Grenzübertritt verabreicht werden muss!
Unser Fazit
Ein Abenteuer, das sich gelohnt hat. Die Anreise aus der Schweiz ist weit und die Rückreise werden wir künftig noch besser auf Dominos Bedürfnisse abstimmen. Aber der Aufwand hat sich absolut ausgezahlt: Domino war in dieser ungestörten, unberührten Natur noch nie so glücklich und gelöst. Wer die Weite sucht, Leinenpflichten respektiert und Städtestopps gut plant, findet in Schweden ein wahres Paradies für Mensch und Hund.


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