Ein Ausflug ins Nidwaldnerland verspricht alpine Traumkulissen: Ob Höhenwanderungen rund um das Stanserhorn, Touren im Engelbergertal oder entspannte Spaziergänge am Vierwaldstättersee. Im Vergleich zu vielen Nachbarkantonen zeigt sich Nidwalden bei der Hundehaltung sehr entspannt, verlangt aber in empfindlichen Schutzgebieten klare Disziplin. Wir haben uns bei der Fachstelle Jagd und Fischerei sowie beim Amt für Landwirtschaft des Kantons Nidwalden direkt nach den geltenden Vorgaben erkundigt.
Wald & Natur: Keine generelle Leinenpflicht, aber Regeln in Schutzgebieten
Im Kanton Nidwalden existiert aktuell keine generelle Leinenpflicht im Wald während der Frühlings- und Sommerzeit. Hundehalter geniessen hier viel Freiheit, müssen jedoch folgende Orte und Zonen genau beachten:
- Eidgenössische Jagdbanngebiete: In den bekannten Schutzgebieten Huetstock und Bannalp-Walenstöcke gilt eine strikte Leinenpflicht für alle Hunde.
- Wildruhegebiete: Laut der Kantonalen Verordnung über die Wildruhegebiete (NG 841.15) herrscht während der festgelegten Schutzzeiten ein Wegegebot – Hunde müssen zwingend an der Leine geführt werden.
- Öffentliche Anlagen: Auf Friedhöfen, Spielplätzen und in Strandbädern sind Hunde verboten. Auf Sportplätzen sowie auf Schulhausarealen müssen Hunde an der Leine geführt werden.
Herdenschutzhunde & Wanderweg-Umleitungen
Auch im Nidwaldner Alpgebiet sichern Herdenschutzhunde (HSH) die Nutztierherden. Das Amt für Landwirtschaft weist auf wichtige Besonderheiten hin
- Interaktive Karte & Umleitungen: Über die nationale Karte auf herdenschutzschweiz.ch kannst du dich vorab informieren. Sehr praktisch: Auf derselben Karte wird auch über temporäre Wanderwegsperrungen oder Umlegungen informiert, die aufgrund von Schutzhunden eingerichtet wurden.
- Signalisation vor Ort: An Bergbahn-Stationen und Wanderwegweisern informieren spezielle Herdenschutz-Tafeln über die Präsenz von Schutzhunden und erklären das richtige Verhalten.
- Verhalten bei Begegnungen: Halte Abstand zur Herde, führe deinen eigenen Hund an der Leine und gehe langsam. Durchquere mit dem eigenen Hund niemals eine geschützte Herde.
Rasselisten, Mutterkühe & Hundesteuer
- Keine Rasselisten: Wie alle Urkantone führt auch Nidwalden keine Rasseliste und kennt keine Rasseverbote.
- Mutterkuhweiden: Es gibt keine digitale kantonale Weidekarte. Landwirte kennzeichnen Mutterkuhweiden vor Ort mit den gelb-schwarzen Warnschildern der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL).
- Hundesteuer für Feriengäste: Wer mit dem Hund in Nidwalden Urlaub macht, zahlt keine Extra-Steuer, sofern der Hund bereits in der Heimatgemeinde/im Wohnkanton offiziell versteuert wird.
Unser Fazit für deine Tourenplanung in Nidwalden
Nidwalden bietet wunderbare Freiheiten für Hundehalter. Achte bei Touren in den Jagdbanngebieten (Bannalp, Huetstock) sowie in Wildruhegebieten konsequent auf die Leinenpflicht und informiere dich vorab auf herdenschutzschweiz.ch über geschützte Alpen und allfällige Wegumleitungen, so steht einem unbeschwerten Naturerlebnis nichts im Weg!
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